An der Nordseeküste

Kurz vor dem Jahresendspurt war es so weit – ab Mittwoch ging gar nichts mehr. Mit Fieber aufgewacht, zum Arzt gegangen und BÄM: Grippe. Somit ging das Arbeitsjahr für mich früher zu Ende als mir im Endeffekt lieb war. Ich war gefrustet. So richtig. Klar, man kann es nie gebrauchen krank zu werden. Allerdings hatte ich ja noch ein Problem: Ich lag mit hohem Fieber im Bett – und eigentlich sollte es doch am Wochenende zur Familie. Mit dem Zug. Und einigem Gepäck.

Falls es eine höhere Macht geben sollte, hatte sie ein Einsehen mit mir. Nach zwei Tagen mit sehr viel Schlaf und strenger Bettruhe war das Fieber weg. Also konnte ich Entwarnung geben. Mit Ibuprofen würde ich die Zugfahrt überstehen.
Warum ich alles dran gesetzt hatte, schnellstmöglich wieder fit zu werden? Ganz einfach – auch in diesem Jahr würden wir uns eine Auszeit an der Nordsee nehmen. Die Mama. Die Schwester. Der Schwiegerbruder. Und ich.

Eine Entscheidung, die in Bayern auf wenig Verständnis stieß. Ich war zugegeben etwas verblüfft, dass es die Entscheidung, im Winter an die Nordsee zu fahren, nicht viele nachvollziehen können. Bis mir bewusst wurde, dass es für Bayern eben komfortabler ist, nach Italien zu fahren, wenn es ans Meer gehen soll. Der Ruhri fährt den Ostfriesenspieß (aka A31) hoch und ist in 3 Stunden an der Nordsee. Es ist kein Witz – die Parkplätze in Ostfriesland sind in der Regel von Ruhrgebietskennzeichen (DU, BO, DO, EN, RE…) bevölkert. Aber anscheinend benehmen wir Ruhris uns da oben recht ordentlich, jedenfalls wurde noch keiner wieder vertrieben 😉

Nun muss ich aber auch zugeben, dass ich im Bezug auf die Nordsee nicht objektiv bin. Mein Opa war Ostfriese und das habe ich nun mal geerbt. Ich liebe die Nordsee. Sie hat Charakter. Ist nicht so brav wie die Ostsee. Und einfach unbändig. Für mich gibt es nichts Schöneres, als bei rauem Wetter an der Nordsee zu sein. Einfach den Kopf freikriegen. Und dann durchgefroren in eine Teestube zu gehen und sich wieder aufzuwärmen. Mit einer Teetiedt. Oder auch Hochprozentigem…

Ab Dienstag heißt es also wieder “ab nach Hause”. Denn in Ostfriesland fühle ich mich zuhause. Dort steige ich aus dem Auto aus, atme die salzige Luft ein und weiß – mein Alltag kann mich in den nächsten Tagen mal gerne haben.

Über die Weihnachtsauszeit werde ich bloggen. Mit hoffentlich viel Bildmaterial. Damit vielleicht ein kleiner Teil nachvollziehen kann, warum mir diese Auszeiten die wichtigsten in meinem Leben sind. Und warum es manchmal die Nordsee im Winter anstatt die Adria im Sommer sein muss….

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