Gestrickt: Die Erdbeermütze

Unser Küken hatte am Freitag Geburtstag. Stolze 3 Jahre alt ist sie geworden, wie sie mit drei hochgereckten Fingerchen verkündete. Mit 3 Jahren ist sie auch alt genug, um Puppenmama zu werden. Damit hatte ich ein neues Projekt auf dem Tisch: Eine Erdbeermütze für das Puppenkind Lola.

Die Mama des Geburtstagskindes hatte mir einen Handarbeitsladen ganz in der Nähe empfohlen. So habe ich Frau Kloschinski kennengelernt. Sie betreibt ihren Laden in einem alten Kuhstall – und er ist ein einziges Labyrinth an Regalen mit Wolle, Zubehör, Knöpfen… ein kleines Paradies also, wenn ich fix Wolle für ein kleines Projekt brauche. Für die Mütze ist es die Schachenmayr Bravo geworden – in rosa, lila und grün. Die klassische Erdbeere sollte es nicht sein, denn die hätte nicht zu der restlichen Puppenkleidung gepasst.

Das eigentliche Problem war: eine verständliche Anleitung zu finden. Und ganz ehrlich? Ich bin nicht wirklich fündig geworden. Denn ich wollte die Kerne (oder Nüsschen, wie ich mir gerade ergooglet habe) nicht aufsticken, sondern einstricken. Die meisten Anleitungen hätten eine Menge Spannfäden erzeugt, so dass ich mich letztendlich dazu entschlossen habe, die Mütze nach der berühmten “Frei nach Schnauze”-Methode zu stricken. Also war ich dann auch startklar für die Maschenprobe:

Wolle, Nadel, Maßband. Auf gehts!

Wolle, Nadel, Maßband. Auf gehts!

Ich bin ehrlich: Maschenproben nerven. Aber ich brauchte sie dieses Mal dann doch, um den Kopfumfang von 28cm für die Mütze zu treffen. Am Start hierzu waren meine Lieblingsnadel von HiyaHiya. Seitdem ich sie bei Jules Wollshop gefunden und getestet habe, möchte ich keine anderen Nadeln mehr haben! Die Maschen rutschen super über die Nadeln, sie sind leicht und vor allem – bei Rundnadeln gibt es einen gut verarbeiteten Übergang zu Seil, sodass die Maschen sich im Gegensatz zu denen von KnitPro nicht verheddern. Bei Jule habe ich auch das süße Maßband gefunden 🙂

Im Nachhinein hätte ich mir die Maschenprobe übrigens sparen kommen, sie stimmte vorbildlich mit den Angaben auf der Banderole überein 😉

Aufgenommen habe ich 64 Maschen verteilt auf die 4 Nadeln. Dann 2cm im Bündchenmuster und anschließend 4 Reihen rechte Maschen. Nun begann der knifflige Teil: Ich habe den lila Faden für die Nüsschen mit aufgenommen. Nach 4 rosa Maschen gab es 1 lila Masche. Den Faden habe ich in der Runde mitlaufen lassen und in der Fair Isle-Technik mit eingewebt, um zu viele Spannfäden zu vermeiden. Am Ende der Runde habe ich den Faden dann gekappt und 3 Reihen rechte rosa Maschen gestrickt. Und dann begann das Spielchen mit dem lila Faden von vorne, diese Runde habe ich nach 2 rosa Maschen den lila Faden eingestrickt und dann wieder 4 rosa und 1 lila Masche gestrickt – so waren die Nüsschen etwas versetzt.

Als die Mütze dann 8cm hoch war, habe ich den grünen Faden mit aufgenommen. Damit es wie die Blätter aussah, habe ich ihn nach und nach eingestrickt. Gestartet in der ersten Runde bin ich mit 1 grünen Masche, dann 7 rosa Maschen und wieder von vorne. In der zweiten Runde dann 2 grüne Maschen, 6 rosa Maschen und auch wieder von vorne… so lief das Blatt nach und nach spitz zu, bis ich nur noch grüne Maschen auf dem Nadelspiel hatte. Dann habe ich noch eine Runde rechts drüber gestrickt und anschließend die Abnahmen gemacht: 2 Maschen zusammen, 6 stricken, 2 Maschen zusammen, 6 stricken, dasselbe auf den anderen 3 Nadeln. In der nächsten Runde wieder 2 zusammen, 5 Stricken etc. – bis ich in der letzten Runde nur noch 2 Maschen auf jeder Nadel hatte. Durch die insgesamt 8 letzten Maschen habe ich nur noch den Faden gezogen und die Erdbeermütze war fertig.

Die fertige Edbeermütze - noch nicht perfekt, aber die nächste wird supi ;)

Die fertige Erdbeermütze – noch nicht perfekt, aber die nächste wird supi ;)

Die Nüsschen sind noch ungleichmäßig groß, weil ich keine regelmäßige Spannung auf dem Faden hatte – bei der Sommerhitze werden auch die coolsten Finger warm und genervt 😉 Bei der Höhe der Mütze hatte ich mich übrigens etwas verschätzt. 10cm Höhe reichen für das Puppenköpfchen aus, letztendlich waren es jedoch 12cm. Nun denn, das Bündchen kann man ja umschlagen…

Wer übrigens wissen möchte, wie ich die Fädchen verwebe, dem sei dieses Video hier ans Herz gelegt. Es sieht etwas ungewohnt aus, aber mit ein wenig Übung ist der echte Zeigefinger nach einer Zeit nicht mehr ganz so verzweifelt :)!

Achja – ich habe übrigens eine Erdbeer-Allergie. Aber für unser Küken bin ich dann doch gerne mal über meinen Schatten gesprungen 🙂

2 Gedanken zu „Gestrickt: Die Erdbeermütze

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *