Ich werde zu alt für diesen Scheiß!

Mittwoch. München. Circus Krone. Die Eisbrecher spielen auf. Das Konzert wird für eine DVD aufgezeichnet. Und die Stimmung ist großartig.

Wir haben Stehplatzkarten und vor allem Spaß. Alles an diesem Abend stimmt – sehen wir mal von der Hitze im Circus Krone ab, da in der Woche der Sommer gewaltig Einzug gehalten hat in München. Egal. Schwitzen. Tanzen. Mitsingen. Nach etwas mehr als 2 Stunden Konzert bin ich uppe. Probweise beuge ich meine Knie, die dagegen protestieren, weil sie ziemlich aus dem Training sind – Schweschdi und ich waren schon zu lange nicht mehr auf dem WGT oder Amphi-Festival.

Gegen Mitternacht bin ich daheim und gönne mir erst einmal eine lauwarme Dusche. Danach falle ich wie eine Bahnschranke ins Bett und verbringe den Fronleichnam so, wie es sich gehört: Gesittet und ruhig.

Als ich Freitag aus dem Bett krabble, merke ich, dass ich mein Knie nicht komplett durchbeugen kann. Weder eine heiße Dusche noch gutes Zureden helfen. Ich humple mich durch den Tag und grüble, was ich schon wieder angestellt habe, dass ein Knie rumzickt.

Samstag dieselbe Leier. Aufstehen. Knie probeweise beugen. Autschn. Es zieht bis in die Wade. Wieder gegrübelt. Die Erleuchtung: 2 Stunden Konzert waren für meine geplagten Knochen wohl zu viel. Sicherheitshalber kontakte ich meine ehemalige Physio, schildere ihr die Zipperlein und was ich alles angestellt habe. Meine Physio kennt mich seit 6 Jahren und ist schonungslos: „Du wirst zu alt. Arnika. Hochlegen. Tapen. Und wenn du wieder fit bist: SPORT!“

Mein Konzert-Ich hockt heulend da. „Wir sind doch keine 40!“, weint es und putzt sich die Nase. „Aber fast! Und da tanzt man keine Konzerte mehr durch!“, schnauzt mein Gesundheits-Ich zurück.
„RUHE!“, donnere ich dazwischen, während ich das Tape zuschneide. Alt. Dass ich nicht lache. Ich habe schon andere Krisen überstanden. Das graue Haar pünktlich zu meinem 30. Geburtstag hat mich in meinen Grundfesten erschüttert, aber nach einigen Schockmomente habe ich ihm eiskalt lächelnd den Finger gezeigt und mir Haartönung gekauft.

Weder Konzert- noch Gesundheits-Ich haben es seit gestern gewagt, sich zu mucken. Mir Humpelstilzchen geht es besser, aber eins konnte ich nicht verhindern – ernsthaft darüber nachzudenken, ob ich zu alt für so was werde.

Meine Antwort ist ein energisches „nein“. Ich will auf Konzerte. Ich will da tanzen. Ich will da Spaß haben. Wie das geht? Weiterhin auf sich acht geben. Und auf die Physio hören. Denn letztendlich hatte die immer recht….

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