Lost in Translation

Was passiert, wenn man knappe 2,5 Wochen eine Strecke vom Süden Deutschlands über die Mitte bis hin in den Norden zurücklegt? Ganz klar: Sprachliche Verwirrung. At its best.

Die Feiertage sind überstanden und der Alltag ist fast wieder da. Ab morgen fängt der übliche 5-Tage-Rhythmus wieder und in der zurückliegenden, kurzen Arbeitswoche hatte meine Büro-Co sehr viel Spaß dabei, mich sprachlich zu verwirren. Aber schnell der Reihe nach.

Vor den Feiertagen gings erst mal in den Zwischenstopp Ruhrgebiet. Zur Mama und zur Schweschdi. Ja, ich bin da durchschaubar, aber meine ganz niederen Instinkte wollten gestillt werden: Currywurst Pommes Mayo. MJAM! Sorry, Bayern, aber eine anständige Currywurst gibts nur im Ruhrpott. Nach einem kleinen Einkaufsmarathon wurde ich dann belohnt; freudestrahlend stand ich bei Eddis Durst- und Wurstexpress (Ja, der steht sogar im Frittenführer, BÄM!) und gab meine Bestellung auf. Und musste feststellen, dass ich den Tonfall im Ruhrgebiet nicht mehr gewohnt bin. Zwar kam mir ein “Tach, ich hätt gern 3x Currywuast, Pommes, Mayo” noch flüssig über die Lippen (don’t judge, Mama und Schweschdi hatten auch Hunger). Aber schon die freundliche “Kriechste noch wat zu Trinkn?” traf mich unvorbereitet. Einmal: Es war freundlich. Seien wir ehrlich – bayerische Verkäuferinnen sind selten freundlich. Und vor allem duzen sie dich nicht. Zum Glück war meine Verwirrung nur kurz und als die Bestellung fertig war, konnte mich die freundliche Nachfrage “Kriechste dat so mit oda brauchse ne Tüte?” nicht aus der Fassung bringen. Ich schaffte sogar ein “Nee, gibbse ma so, da voane stehtet Auto” und merkte, dass ich meinen heimischen Dialekt seit meinem Umzug doch schon arg unterdrückt habe.

Die Feiertage selbst waren wir an der Nordsee. Ein fröhliches “Moin” zur Begrüßung hatte ich schnell wieder drauf, aber beim Bäcker tappte ich dann doch in die Semmel-Brötchen-Falle. Sehr zum Vergnügen der anderen Kunden in der Bäckerei. Es brauchte dann auch noch 2-3 Tage, bis mein Ohr sich wieder an den nordischen Dialekt gewöhnt hatte, aber dafür hatte ich später umso mehr Schwierigkeiten, ihn mir wieder abzugewöhnen.

Denn nach meiner Heimkehr stand alles in mir noch norddeutsche Dialekte und ein “Grüaß Eana” im Supermarkt am Flughafen klang wie eine völlig fremde Sprache. Nun muss ich anmerken, dass ich selbst nicht bayerisch spreche oder es mir aneignen möchte, aber mit dem Verstehen hatte ich nie wirklich Probleme.

Auf der Arbeit war mir dann sofort klar, dass ich doch etwas aus der Übung war. In der Firma arbeiten viele Einheimische, die Dialekt sprechen. Und ich habe an Tag 1 nach dem Urlaub gemerkt, wie das Grinsen bei meiner Büro-Co immer breiter wurde, da ich teilweise öfter nachhaken musste, was sie mir erzählt hat. GRMPF! Dabei war ich doch schon so gut! Gebt mir also noch ein paar Tage. Dann verstehe ich meine Büro-Co wieder problemlos 😉

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