“Mach was mit deinen Händen!”

Meine liebe Limone hatte die Tage auf Facebook einen interessanten Artikel aus der Zeit verlinkt. Ein interessanter Artikel – bei dem ich mich frage, ob die Medien den Trend um ein paar Jahre verpennt haben. Denn Stricken, Nähen und Co sind meinem Empfinden nach seit mehr als drei Jahren auf dem Vormarsch.

Es stimmt, dass unsere heutige Welt ziemlich hektisch ist. Der Berufsalltag verlangt den meisten von uns einiges ab. Dazu dann noch der vielgerühmte Freizeitstress. Ein wenig Haushalt. Und für viele noch die Brutpflege. Unterm Strich bleibt so in dem ganzen Trubel wenig Zeit für einen selbst. Was dann passiert? Im schlimmsten Fall ein Burn-Out. Irgendwann meldet sich der Körper und zwingt das Leben auf der Überholspur zur Ruhe.
Im besseren Fall nehmen wir die Warnzeichen vorher wahr und vor allem ernst. Aber ob der Trend zum Handarbeiten, Kochen, Backen und Gärtnern wirklich daher kommt? Ist es so spießig, wie es latent in dem Artikel durchklingt?

Ich stehe voll hinter der Aussage, dass Handarbeiten das besten sind, um zu entspannen. Der Kopf wird nicht abgelenkt, weil ich mich auf das Muster, das ich gerade stricke, konzentrieren muss. Es sei denn, ich stricke gerade Socken runter, da kann ich nebenbei meiner Serienleidenschaft frönen, da ich rechte Maschen mittlerweile blind stricke. Aber dient Stricken nur meiner Entspannung? Nein!

Vielmehr habe ich noch mehr Spaß daran, anderen damit eine Freude zu bereiten – und mir selbst schöne Sachen zu stricken. Die Autorin hat leider außer acht gelassen, dass es heute schönere Muster gibt, als sie noch in den Strickbüchern der 60er und 70er gab. Eine Kurzsuche bei Ravelry gibt schon Aufschluss. Ich bin seit längerem Fan der Designs von Mairlynd, die wunderbare Tücher, Schals und Stulpen designet. Für schnelle Strickprojekte für zwischendurch bin ich über den Youtube-Kanal von Ana Kraft gestolpert.
Und vor allem – es gibt besseres Handwerkzeug. Der Großteil meiner “Ausrüstung” habe ich bei Jules Wollshop gekauft. Jule hat hochwertige Garne in ihrem Sortiment und die HiyaHiya-Nadeln, die ich nie mehr missen möchte. Natürlich ist das alles nicht gerade günstig. Aber für schöne Ergebnisse ist mir gutes Handwerkszeug das Geld wert.

Vielleicht stimme ich eher der Aussage des W&V-Verlags für die neue Zeitschrift “Landlux” zu. Denn Luxus sind keine kostspieligen Taschen, Kleidungsstücke oder Parfums – sondern der selbstgestrickte Schal. Das macht mich mal eben zu einem Luxusmenschen ;)! Zwar gehöre ich nicht zur Zielgruppe dieser Zeitschrift, aber ich lese ja auch die Landlust. Und die ist laut Zeit auch nicht für meine Zielgruppe. Ich pfeif drauf – und entschleunige weiter meinen Alltag… 😉

In einem hat die Autorin aber recht: Nichts ist schöner, als ein fertig gestricktes Teil in den Händen zu halten. Etwas, das ich in zum Teil stundenlanger Arbeit mit meinen eigenen Händen erschaffen haben. Manchmal ist Zufriedenheit eben doch so einfach!

Ein Gedanke zu „“Mach was mit deinen Händen!”

  1. limone

    danke für die widmung. 🙂

    ich finde auch, es beruhigt – bei mir gilt hier: der weg ist das ziel. das fertige strick- oder häkelstück ist mir weniger wichtig als das “work in progress”, ich genieße es einfach, mit dem schönen material zu arbeiten.

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