Rezension: Hin und weg

Gestern war Stopp der Kinotour von Hin und Weg im Mathäser in München. Mit dabei: Florian David Fitz, Julia Koschitz, Volker Bruch, Miriam Stein und Victoria Mayer.

„Hin und Weg“ fasst ein pikantes Thema auf: Hannes, 36 Jahre alt und dargestellt von Florian David Fitz, ist an ALS erkrankt. Dies hält er vor so ziemlich allen geheim: Seinen Freunden und Finn, sein jüngerer Bruder. Lediglich seine Frau und seine Mutter wissen Bescheid. Als es an der Zeit ist, zur alljährlichen Radtour mit den Freunden aufzubrechen, bestimmt Hannes das Ziel – es soll nach Belgien gehen. Denn Hannes möchte selbstbestimmt sterben, bevor ALS seinen Körper bei klarem Geiste zugrunde richtet….

Sterbehilfe ist bestimmt ein Thema, das die Gemüter spaltet. Wann hat ein Mensch das „Recht“ aus dem Leben scheiden zu wollen, wenn er weiß, dass er sterbenskrank ist? Hat er überhaupt das Recht? Hannes hat in diesem Fall die Entscheidung für sich getroffen, da bereits sein Vater an ALS erkrankt war. Und eines weiß Hannes – er möchte nicht so sterben wie er.

Man könnte nun meinen, dass Hin und Weg viele Klischees aufgreift. Stattdessen ist es ein Film, der eine wunderbare Balance zwischen Lachen und Weinen hält. Lachen, weil die Freunde sich während der Radtour in teils absurde Situationen bringt. Und Weinen… nun, es ist nicht so, dass der Film bewusst auf die Tränendrüse drückt. Aber wer schon einmal einen lieben Menschen betrauern musste, wird in den einen oder anderen Menschen Flashbacks erleben.

Ohne großartig zu spoilern sei hier die Szene zwischen Florian David Fitz und Julia Koschitz, die seine Frau Kiki spielt, hervorzuheben. Zwischen Hannes und Kiki kommt es zum Streit, in dem deutlich wird, wie sich gerade die Hinterbliebenen fühlen. Denn es mag für einen „Sterbenden“ tröstlich sein, wenn Familie und Freunde ihm versprechen, im Leben weiter zu machen oder gar nicht allzu sehr zu trauern – und genau das kann Kiki ihm nicht versprechen. Weil sie einfach nicht weiß, wie es ihr gehen würde, wenn Hannes nicht mehr da ist.

Hin und Weg ist ein Roadtrip der anderen Art. Großartig in Szene gesetzt und noch besser gespielt, was vor allem an der Chemie der Schauspieler untereinander liegt. Dazu gibt es noch einen passenden Soundtrack – der allerdings in den entscheidenden Momenten des Filmes ausbleibt. Ob man es glaubt oder nicht – es passt.

Übrigens hatte ich gestern das Glück neben den Eltern von Florian David Fitz im Kino zu sitzen. Während ich tapfer die Tränchen unterdrückt habe, ist dies Florians Mutter nicht gelungen. Bei der abschließenden Frage während der Fragerunde nach dem Film „Mami, wie geht‘ dir?“, war sie aber ganz Mama: „Erstaunlich gut.“
Und dem Papa war anzusehen, wie stolz er auf den Sohnemann ist. Somit ein rundum gelungener Kinoabend :)

 

 

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