Rezension zu Hitman: Agent 47

In meiner Freizeit verstärke ich ja nach besten Kräften das Team von Robots & Dragons. Hin und wieder haben wir die Möglichkeiten, Pressevorführungen anzusehen. Seit meinem Umzug nach München kann ich glücklicherweise öfters dran teilnehmen. So auch geschehen in der letzten Woche – die Pressevorführung zu Hitman: Agent 47 stand an.

Ich hatte gelinde gesagt so gar keine Erwartungen an den Film, schließlich handelt es sich um die Verfilmung eines Videospiels. Aber hey, ich hab nichts gegen gut gemachte Actionfilme, die einen mit guten Actionszenen begeistern können. Da liegt aber schon die Crux – die Filme müssen gut gemacht sein….

Wirklich selten habe ich einen Film gesehen, der so unglücklich in Szene gesetzt wurde wie Hitman: Agent 47. Ja, ich kann mir denken, dass Rupert Friend als Auftragskiller aus einem Labor nicht viel Emotionen zeigen darf. Aber heißt das auch, dass er ziemlich stumm und fast nur einem Gesichtsausdruck durch den Film stapft und alles abknallt, was nicht bei Drei auf dem Baum ist? Die wenigen Textzeilen, die er im Film bringt, sind solide. Mehr aber auch nicht. Und als der Drehbuch versucht, ein wenig Wortwitz in die Handlung zu bringen, ist Friends Gesicht anzumerken, dass er den Witz anscheinend ebenso witzig fand wie ich.

Die weibliche Hauptrolle übernimmt Hannah Ware – eine mir bis dato Unbekannte. Anfangs soll ihr Charakter Katia van Dees (und… wait for it…. da steckt ein französisches Wortspiel drin…. na, wer kommt drauf?) anscheinend mysteriös sein. Offensichtlich ist Katia auf der Suche nach etwas. Wie sich später herausstellt, ist sie auf der Suche nach ihrem Vater, der – Klischeebutton macht mööööp – damals die Auftragskiller erschaffen hat.
Ab da geht es mit Katias Charakter steil bergab. Wenn sie nicht gerade weint, weil sie ein ach so unglückliches elternloses Etwas ist, muss sie sich durch Actionszenen prügeln. Das Ganze ist dann wiederum so klischeebeladen, dass ich nur noch den Kopf schütteln konnte.

Aber vielleicht, so dachte ich mir, kann Zachary Quinto den Film retten. Aber… aber… sagen wir mal so: Außer Voiceporn (glücklicherweise gabs die OV) gabs nichts. Anfangs schlug er sich noch ganz wacker, als nicht klar war, ob sein Charakter John Smith jetzt zu den Guten oder den Bösen gehört. Als das allerdings geklärt war, wurde er zum schmückenden Beiwerk degradiert. Es war schön zu sehen, wie ihm die Spielfreude in solchen Momenten abhanden gekommen ist.

Was Hitman: Agent 47 definitiv das Genick gebrochen hat, war der Regisseur. Aleksander Bach hat vorher Werbefilmchen gedreht, vornehmlich für Mercedes. Für diesen Film hat er sich offensichtlich vorgenommen, einen abendfüllenden Werbeclip zu drehen – im Fokus: Audi. Explodierende Audis, Audis mit durchdrehenden Reifen auf einer großen Kreuzung und die Sportausgabe bei der Verfolgungsjagd in einem Parkhaus.

Dazu gibts dann stimmungsvollen Bilder, wie sie kein Werbefilmchen für Berlin und Singapur besser hinbekommen hätte.

Bach hätte sich vielleicht mehr auf die Darsteller den auf das Drumherum konzentrieren sollen. So aber hoffe ich nur, dass die Fortsetzung, für die man sich mit dem Ende des Films ein Hintertürchen offen gehalten hat, niemals das Licht der Welt erblickt.

Ach ja, worum es in dem Film geht? Der Trailer fasst den Film recht gut zusammen. Und wer wissen möchte, ob der Film in der Tat so mies ist, wie mein Verriss es behauptet, kann sich ab 27.08.15 davon im Kino überzeugen.

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