Schreiben. Einfach Schreiben.

Es gibt Phasen in meinem Leben, in denen ich mit Tunnelblick vor einem Schreibprogramm sitze und tippe. Einfach tippe. Rauskürzen und umschreiben kann ich später noch. Und dieses Wochenende ist so ein Tipp-Wochenende.

Ich habe das Schreiben in einer längeren Phase der Arbeitslosigkeit für mich entdeckt. Dank dieser Schreibphase ist mir in dieser Zeit nicht die Decke auf den Kopf gefallen. Stundenlang saß ich damals vor meinem Rechner und tippte Wort um Wort zu einer Geschichte zusammen. Als ich dann wieder einen Job hatte, habe ich noch eine Zeit lang versucht, diesen Schreibrhythmus aufrecht zu erhalten, aber es klappte nicht. Als mein Leben dann ziemlich unrund wurde, merkte ich, wie sämtliche kreative Energie in mir zum Erliegen kam – und ich hätte heulen können. Schreiben war etwas geworden, das mich tröstete. Mir zeigte, dass es etwas gab, in dem ich leidlich gut war. Und mich für eine Zeit die Welt da draußen vergessen ließ.

Eine Schreibpause von mehr als 3 Jahren ist daraus geworden. Seit dem letzten Jahr mache ich wieder vorsichtige Schritte in diese Richtung. Denn ich habe mich immer öfter dabei erwischt, wie Handlungsstränge, Ideen und Charaktere beharrlich zu mir sprachen. Ich hatte mir angewöhnt, diese nicht sofort niederzuschreiben, sondern darauf zu warten, wie lange sie blieben. Wenn die Ideen hartnäckig waren, habe ich sie notiert.

In meinem Urlaub wollte ich eigentlich wieder ernsthaft damit anfangen, eine Idee, die mich seit Wochen begleitet, auszuformulieren. Die Erholung und das Auftanken der Energie-Reserven hatten jedoch Vorrang. Aber an diesem Wochenende war es so weit. Mein Haushalt schrie zwar, dass ich mich um ihn kümmern sollte, aber die Idee klopfte wieder so hartnäckig an, dass ich nicht anders konnte – ich habe einen Plot entworfen. Recherchiert. Jede Menge Notizen gemacht. Und angefangen, Szenen, die immer wieder anklopften, aufzuschreiben.

Wohin es führt? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Ich weiß nur, dass es mir verdammt gut damit geht. Denn wenn ich endlich wieder in diesem Stadium angekommen bin, bedeutet das nur eins – mein Kopf räumt mir endlich wieder Raum für kreative Energien ein. Ein Gefühl, dass ich mittlerweile 4 Jahre elendig vermisst habe….

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