Warum Mara und der Feuerbringer dem deutschen Film einen Gefallen tut

Habt ihr auch so die Nase voll von deutschen Filmen? Von Til Schweiger, der diesen einen Plot in der zigsten Variation ausschlachtet und dabei noch seine halbe Familie im Cast unterbringt? Von Matthias Schweighöfer, der doch eigentlich Talent hat (s. Kammerflimmern) und dieses Talent in romantische Komödien vergeudet, bei denen der Plot auch immer wieder ein und derselbe ist?

Ja, es sind diese beiden Herren, die dem deutschen Film einen Stempel aufgedrückt haben, den er nicht verdient. Der aber dafür sorgt, dass gefühlt 80% der deutschen Kinogänger sagen: “Deutsche Filme? Geh mir fort, kannste eh nicht gucken.”

Mit Mara und der Feuerbringer ist jedoch seit dem 2. April ein Film in die Kinos gelangt, der beweist, dass es eben doch möglich ist: einen Film made in Germany auf die Beine zu stellen, der nicht lieblos im Plot, kein Einheitsbrei im Cast und vor allem ansehnlich in den SFX ist.

Als ich noch für den Fandom Observer geschrieben habe, hatte ich bereits meine Meinung zu den Büchern kund getan. Der Autor Tommy Krappweis hat nun all sein Herzblut und seine Energie in die Verfilmung seiner Trilogie gesteckt. Und zwar wirklich all sein Herzblut und seine Energie. Damit wir endlich einmal wieder einen guten und sehenswerten Film serviert bekommen. Die Besetzung passt bis in die kleinste Nebenrolle (Josef Hannesschlaeger ist einfach göttlich als typischer Münchner Polizist) und bei den Hauptrollen hat er vor allem eines geschafft: Er hat Mara so besetzt, dass sie neben Jan Josef Liefers als Professor Weissinger nicht verblasst. Lilian Prent ist kurzfristig für die Hauptrolle engagiert worden, als zum Drehstart feststand, dass die Darstellerin, die eigentlich die Rolle übernehmen sollte, dem Spielalter schlicht entwachsen war. Denn bis zur Umsetzung dauerte es. Warum? Weil sich anscheinend wenige vorstellen können, dass solch ein Film – vor allem in diesem Genre – Erfolg haben kann.

In der Postproduktion hatte ich die Möglichkeit, die Bumm Film GmbH zu besuchen und einen kleinen Blick auf die SFX zu werfen. Ich kann mich noch lebhaft an die Szene erinnern, die laut Tommy noch ein kleiner Rohbau, für mich aber schon sehr beeindruckend war. Als ich dann am Montag den Film dann in München bei seiner 2. Premiere sehen durfte, fiel mir auf, was Tommy meinte. Details. Details, die verraten, dass ein Perfektionist am Werkeln war. Die mir für diese eine Szene sofort ins Auge gefallen sind und es zu einem Genuss für die Äuglein werden ließ.

Lohnt sich also der Gang ins Kino? Gott verdorri noch eins JA! Es war herzerfrischend, sich einen Film anzusehen, der nicht von “Mann verliebt sich in Frau und muss erst 5 Hindernisse überwinden, bis er die Geliebte endlich erobert hat” zehrt. Sondern einen Film, bei dem das Timing stimmt und vor allem der Humor. Vom Humor, bei dem für jeden etwas dabei ist – für Groß und Klein. Die jüngeren Zuschauer werden über andere Stellen lachen als die Älteren. Aber sie werden auch lachen. Denn das kann Tommy: Humor für alle Altersklassen schaffen; das hat er mit Bernd das Brot oft genug bewiesen.

Warum also keine klassische Rezension, sondern einfach der schlichte Rat, sich den Film einfach anzusehen? Nun, Rezensionen gibt es zu Mara zu Genüge. Da muss ich nicht auch noch mit “Mara Lorbeer ist eine 15jährige Schülerin, die….” anfangen. Vielmehr möchte ich wirklich, dass auch der 2. und 3. Teil von Mara verfilmt werden kann – was logischerweise vom Erfolg des 1. Teils abhängt. Und der Erfolg hängt nun einmal davon ab, dass sich viele Leute ins Kino begeben. Nicht für The Fast and the Furios Teil WasWeißIch. Sondern für Mara. Sie und das gesamte Team hinter dem Film haben es verdient.

Also packt euch Freunde, Familie und Kids und nutzt das Osterwochenende für einen Kinogang. Und lauscht auch dem Soundtrack, denn Schandmaul sind auch zu hören. Mit einer ganz wichtigen Botschaft: “Nur wer nicht aufgibt, wenn er fällt, ist ein echter wahrer Held!”

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